Pilgefahrt verfolgen
Für alle, die die Pilgerfahrt mitverfolgen möchten, werden wir hier – soweit möglich – am Ende jedes Tages eine Zusammenfassung der Erlebnisse der Jugendlichen veröffentlichen.
Bußliturgie: 23. Juli
Am Donnerstag, den 23. Juli, begann unsere Pilgerreise nach Barcelona mit einer feierlichen Bußliturgie, der Augusto de Silva vorstand. Begleitet wurde er von neun Priestern, darunter Bernhard Spieß und Johannes Pioth, die gemeinsam die mehr als 90 Jugendlichen während der gesamten Pilgerfahrt begleiten werden.
Die Freude und die Vorfreude auf den Aufbruch waren bei allen Teilnehmern deutlich spürbar. Mit großer Erwartung machten sich die Jugendlichen auf den Weg zu einer einzigartigen Erfahrung, die ihr Leben bereichern und nachhaltig prägen wird. Wir vertrauen darauf, dass diese Tage für viele zu einer tiefen Begegnung mit Gott werden und einen bleibenden Eindruck auf ihrem Glaubensweg hinterlassen.
Abfahrt: 24. Juli
Am Freitag, den 24. Juli, trafen wir uns um 12:00 Uhr in Rodalben, um gemeinsam aufzubrechen – auf den Weg zu einer Begegnung mit Jesus Christus.
Vor der Abfahrt öffneten wir das Wort Gottes. Das zufällig gezogene Evangelium sprach von Menschen aus allen Völkern und Nationen, die zum Glauben gerufen sind. Diese Worte schienen sich in unserer Pilgergruppe zu erfüllen, denn sie besteht aus Brüdern und Schwestern unterschiedlichster Herkunft, vereint durch denselben Glauben und dasselbe Ziel.
Am Abend erreichten wir Ars, wo wir die erste Nacht verbrachten. Bevor wir schlafen gingen, besuchten wir den Ort, an dem der heilige Pfarrer von Ars einem jungen Hirten begegnete. Dort sprach er die berühmten Worte:
„Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt – ich werde dir den Weg zum Himmel zeigen"
Samstag 25. Juli
Der Samstag begann nach dem Frühstück mit der Feier der Eucharistie am Hochaltar der Basilika von Ars, in der Gegenwart des unversehrten Leibes des heiligen Pfarrers von Ars. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, die Kapelle zu besuchen, in der sein Herz aufbewahrt wird. Der heilige Pfarrer von Ars, der Schutzpatron der Priester, lädt uns ein, für alle Priester zu beten, besonders für diejenigen, die wir persönlich kennen, und seine Fürsprache für sie zu erbitten.
Nach dem Mittagessen im Haus „La Providence“, das vom heiligen Pfarrer von Ars für bedürftige Kinder gegründet wurde, machten wir uns auf den Weg nach Barcelona.
Gegen 23:00 Uhr erreichten wir unser Ziel. Dort wurden wir bereits von den Brüdern und Schwestern der Pfarrei St. Antonius von Padua herzlich empfangen, die uns großzügig in ihren Häusern aufnahmen.
Diese Pfarrei ist die Heimatpfarrei von Isaac und Raquel. Heute gehören ihr elf Gemeinschaften des Neokatechumenalen Weges an.
Sonntag 26. Juli
Der Sonntag begann mit dem gemeinsamen Laudesgebet in der Pfarrei. Anschließend machten wir uns auf den Weg, um einen schönen Tag am Strand zu verbringen.
Gegen 12 Uhr erreichten wir den Strand von Castelldefels, wo uns strahlender Sonnenschein und das erfrischende Meer erwarteten. Nach dem Schwimmen, Ballspielen, Spazierengehen und Sonnenbaden meldete sich schließlich der Hunger. Gemeinsam gingen wir in ein Restaurant, um ein typisch spanisches Mittagessen zu genießen. Besonders die Paella begeisterte unsere Jugendlichen und war für viele ein echtes kulinarisches Highlight.
Gut gestärkt kehrten wir anschließend zu den Gastfamilien zurück, um uns auszuruhen, frisch zu machen und uns für die Eucharistiefeier vorzubereiten.
Den Abschluss des Tages bildete eine festliche Eucharistiefeier, die von großer Freude und Dankbarkeit geprägt war. Ein gemeinsamer Tanz am Ende der Feier ließ die Kommunion und die spürbare Freude der Jugendlichen sichtbar werden und rundete diesen wunderschönen Tag auf besondere Weise ab.
Montag 27. Juli
Der Montag begann sehr früh, denn uns erwartete ein anspruchsvoller Aufstieg zu Fuß auf den Montserrat. Dieser berühmte Wallfahrtsort in den Bergen nahe Barcelona ist der Ort, an dem die „Moreneta“, die Schwarze Madonna, verehrt wird. Dort erwartete uns die selige Jungfrau Maria mit offenen Armen, um ihre Kinder aufzunehmen und sie mit Gnaden und Segen zu erfüllen.
Nach einem acht Kilometer langen Aufstieg, der für manche anstrengender war als für andere, erreichten schließlich alle der Tempel. Dort hatten wir die besondere Gelegenheit, die Muttergottes persönlich zu grüßen und sie um ihre Fürsprache für unser Leben zu bitten.
Anschließend war es ein großes Geschenk, die heilige Eucharistie am Hochaltar der Basilika feiern zu dürfen. Danach brachten wir unsere Freude und Dankbarkeit mit einem Tanz vor den Toren der Basilika zum Ausdruck. Dieser bewegende Moment überraschte viele Besucher und erfüllte sie mit Staunen und Bewunderung.
Den Abschluss des Tages bildete eine gemeinsame Runde, in der viele der Jugendlichen ihre persönlichen Erfahrungen teilten. Mit großer Freude und tiefer Dankbarkeit erzählten sie von dem, was sie während dieser Pilgerreise erlebt hatten, und davon, wie sie Gottes Nähe und Liebe auf besondere Weise erfahren durften.
Diestag 28. Juli
Der Dienstag war unser letzter Tag in Barcelona. Deshalb durfte ein Besuch der katalanischen Metropole und ihrer tiefen christlichen Wurzeln nicht fehlen.
Wir begannen den Tag mit der Feier der Laudes in der Kathedrale von Barcelona, begleitet von einer katechetischen Einführung über die Heiligen und die christlichen Ursprünge der Stadt. Besonders beeindruckend war die Erinnerung daran, dass in dieser Kathedrale die berühmte Seeschlacht von Lepanto geplant wurde.
Anschließend besuchten wir das Museu Marès, in dem sich das Kreuz befindet, das Carmen Hernández tief inspiriert hat. Vor dem Museum erhielten wir eine Katechese über Carmens Jahre in Barcelona. Gemeinsam beteten wir und baten durch ihre Fürsprache um eine besondere Gnade. Danach sangen wir voller Freude das Lied „Carmen 63“.
Durch die engen Gassen der Altstadt gelangten wir schließlich zum Arc de Triomf, wo wir eine Straßenmission durchführten. Mit Liedern und persönlichen Glaubenszeugnissen verkündeten die Jugendlichen den Menschen in Barcelona die Liebe Gottes, die sie selbst erfahren haben, und luden sie ein, Christus nachzufolgen.
Nach einer Mittagspause machten wir uns auf den Weg zur Sagrada Família. In der Krypta feierten wir einen Wortgottesdienst, begleitet von einer Katechese über diesen einzigartigen Ort und über den berühmten Architekten Antoni Gaudí. Die Einführung wurde von einem Priester des Neokatechumenalen Weges gehalten, der als ausgewiesener Kenner Gaudís gilt. Anschließend gingen wir gemeinsam um die Basilika und erhielten eine tiefgehende Erklärung über die geistliche Bedeutung ihrer beeindruckenden Fassaden.
Den krönenden Abschluss des Tages bildete die feierliche Eucharistie mit den Berufungsrufen. Danach bereiteten die Brüder und Schwestern der Pfarrei San Antonio de Padua für uns ein überaus reichhaltiges Agapemahl vor. In dieser herzlichen Begegnung wurde die tiefe Einheit und Gemeinschaft zwischen unseren beiden Gemeinden auf besondere Weise spürbar und wir konnten Gott für alles danken, was er während dieser Pilgerreise in unseren Herzen gewirkt hat.
Mittwoch 29. Juli
Wie jede Heldenreise ging auch unsere Pilgerfahrt schließlich zu Ende. Wir kehrten an den Ort zurück, von dem wir aufgebrochen waren – aber wir kamen nicht mehr als dieselben Menschen zurück. Jeder von uns wurde durch diese Erfahrung tief berührt und innerlich verwandelt.
Um 8 Uhr morgens machten wir uns auf den Heimweg. Nach einer 17-stündigen Reise erreichten wir schließlich Rodalben. Dort beendeten wir unsere Pilgerfahrt mit einem gemeinsamen Gebet und einer abschließenden Segensbitte.
Was mit einer Gruppe von Menschen begann, endete als eine Gemeinschaft, die zu einem einzigen Leib zusammengewachsen war – geeint im Glauben und in der gegenseitigen Liebe. Dankbar blicken wir auf diese Tage zurück und vertrauen darauf, dass Gott das Werk, das er in jedem Einzelnen begonnen hat, weiter vollenden wird.